Schachtürken-Cup

()

Die letzten Tage des Jahres verbrachte ich wieder beim Schachtürken-Cup im Heinz-Nixdorf-Forum Paderborn, dem größten Computermuseum der Welt. Das lohnte sich dieses Jahr doppelt, denn es gab eine interessante Sonderausstellung zu Frauen in der Informatik anläßlich des 200. Geburtstages der ersten Programmierin Ada Lovelace (Besprechung folgt noch). Letztes Jahr hatte ich ganz ordentlich gespielt. Damals wurde erstmals mit der FIDE-Bedenkzeit (90 Minuten für 40 Züge, 15 Minuten Verlängerung und 30 Sekunden Bonus ab dem ersten Zug) und der Drei-Punkte-Regel gespielt. Offenbar hat sich das in den Augen der Verantwortlichen bewährt, denn man beließ es bei dieser Regelung. Da das Turnier in A- und B-Open geteilt ist, war klar, daß es auch nach Niederlagen keine schwachen Gegner gibt.

In der ersten Runde traf ich auf FM Thomas Michalczak vom vielfachen deutschen Mannschaftsmeister Schachgesellschaft Solingen e.V.. Ich landete in einer sehr scharfen Stellung, die ich mir noch nie angesehen hatte. Trotzdem wurde es eine sehr spannende Partie, die ich erst kurz vor der Zeitkontrolle einstellte. Immerhin folgte eine sehr amüsante Analyse.

JavaScript wird gebraucht, um hier ein Script auszuführen.
[Event "Schachtuerken-Cup A"] [Site "Paderborn"] [Date "2015.12.27"] [Round "1.17"] [White "Michalczak, Thomas"] [Black "Braun, Ingram"] [Result "1-0"] [ECO "B80"] [WhiteElo "2190"] [BlackElo "1856"] [Annotator "Braun,Ingram"] [SetUp "1"] [FEN "2rq1rk1/1b1nb1pp/p2p2p1/1p2p3/4P2P/2N1BP2/PPPQ4/1K1R1B1R w - - 0 17"] [PlyCount "41"] [EventDate "2015.12.27"] [EventType "swiss"] [EventRounds "7"] [EventCountry "GER"] {Beide Seiten haben eine sehr scharfe Variante gewählt, die ihnen in der Analyse viel Vergnügen bereitete.} 17. h5 g5 (17... gxh5 18. Rxh5 Rxf3 { Hier kann Schwarz beide Qualitäten für ein Dauerschach opfern.} 19. Qe2 Rxf1 20. Rxf1 (20. Qxf1 Nf6 21. Rh2 Rxc3 22. bxc3 Bxe4) 20... Nf6 21. Rh2 Rxc3 22. bxc3 Qc8 23. Kb2 Nxe4 24. Qh5 Qxc3+ 25. Kb1 Nf6 26. Rxf6 Qb4+ 27. Ka1 Qe1+ 28. Kb2 Qb4+ $11) 18. h6 g6 19. Bh3 Rxf3 20. Rdf1 Rf4 (20... Rxh3 21. Rxh3 g4 22. Rg3 Nf6 23. Qd3 Rc4 24. Nd5 Bxd5 25. exd5 Nh5 {scheint die bessere Variante des Qualitätsopfers zu sein.}) 21. Nd5 Nc5 $2 {Das übertreibt das kreative Spiel etwas.} (21... Bf8 $4 22. Bxf4 gxf4 23. Bxd7 Qxd7 24. Nf6+) (21... Bxd5 22. Qxd5+ Kf8 {kann Schwarz gut aushalten.} 23. Be6 ({oder} 23. Qb7 Qc7 24. Qxa6 Qxc2+ 25. Ka1 Rd8 26. Bxd7 Rxd7 27. Qxb5) 23... Nf6 24. Qd3 Rc7) 22. Bxc8 Bxc8 23. Bxf4 gxf4 24. Nxe7+ Qxe7 25. Rd1 {Jetzt muß Schwarz den Sprnger passiv stellen oder d6 aufgeben. Zwar ist die Partie wegen der verbundenen Freibauern auf dem Königsflügel noch nicht vorbei, aber hier hat sich die Wagschale zugunsten von Weiß geneigt.} Nb7 26. Qd5+ Be6 27. Qc6 a5 28. Qxb5 g5 29. Qa6 g4 30. Qa8+ Kf7 31. Qh8 $2 {Das verschenkt einen Teil des weißen Vorteils wieder.} (31. Rd3) 31... Kg6 {Er glaubte, h7 zu gewinnen, aber den hatte er einfach übersehen!} 32. Rd3 f3 $6 (32... g3 $142 {reicht wohl zum Ausgleich, auch wenn die Stellung scharf bleibt und Fehler beider Spieler möglich sind.} 33. Rg1 (33. Qb8 Qf7 34. Rc3 (34. a3 $2 f3 35. Rc1 g2 36. Rxf3 Qxf3 37. Qxb7 Qf1) (34. Rg1 Bxa2+) 34... Nc5 35. Rxc5 dxc5 36. Qxe5 Bg4 37. Qd6+ Qf6 38. Qd5 Qe6 39. Qb7 Qe5 40. Qa8 $11) 33... Kxh6 34. a3 Kg6 35. b4 h5 36. bxa5 Nc5 37. Rh1 Qb7+ $11) 33. b3 {wäre wohl nicht nötig gewesen.} (33. Kc1 $142 Qf6 34. Qe8+ Qf7 35. Qxf7+ Kxf7 36. Rg1 Nc5 37. Re3 {Da der sK wegen Nehmens auf f3 die g-Linie nicht betreten darf, sind die Bauern gestoppt.} Nd7 38. Kd1 Nf6) (33. Rg1 $142 Qf6 (33... f2 34. Rf1 Bc4 $4 35. Rxf2 Bxd3 36. Qg8+ Kh5 37. Rh2+) 34. Qg7+ Qxg7 35. hxg7 Kxg7 36. Rxf3 $16) 33... Qf7 (33... Qf6 34. Qe8+ Qf7 35. Qh8 Qf6 $11) 34. Rxd6 $2 (34. Rc3 $18 {Jetzt bekommt Schwarz wirklich Probleme mit seiner Königsstellung.}) 34... Nxd6 35. Qxe5 Qe7 $4 $138 {Schade!} (35... Ne8 36. Qh5+ Kf6 37. Qh4+ (37. e5+ Ke7) 37... Ke5 38. Qg5+ Kd6 39. Rd1+ Kc6 40. Qxa5 f2 {und Weiß muß Dauerschach geben.} 41. Qa4+ Kb6 42. Qb4+ Ka6 43. Qa4+) 36. Qh5+ Kf6 37. e5# 1-0

Die zweite Runde verlief ziemlich enttäuschend. Gegen Jürgen Hein (Schachverein Wiehl 1923 e.V.) vernichtete ich meine ohnehin nicht sehr großen Vorteilschancen durch einen reichlich blöden Zug und willigte früh ins Remis ein.

Die dritte Runde brachte Noah Levin Neudorf vom LSV/Turm Lippstadt. Seine Behandlung einer Stonewallstruktur war nicht übermäßig überzeugend. Trotz eines Wacklers zum Schluß konnte ich die Partie recht überzeugend gewinnen.

JavaScript wird gebraucht, um hier ein Script auszuführen.
[Event "Schachtuerken-Cup A"] [Site "Paderborn"] [Date "2015.12.28"] [Round "3.43"] [White "Neudorf, Noah Levin"] [Black "Braun, Ingram"] [Result "0-1"] [ECO "A03"] [WhiteElo "1786"] [BlackElo "1856"] [Annotator "Braun,Ingram"] [SetUp "1"] [FEN "rn3rk1/ppqnppbp/6p1/2ppN3/3P1P2/1P2P3/PBP1Q1PP/RN3RK1 w - - 0 11"] [PlyCount "42"] [EventDate "2015.12.27"] [EventType "swiss"] [EventRounds "7"] [EventCountry "GER"] 11. c3 {Danach kann er den Läufer eigentlich nur noch über a3 abtauschen.} e6 (11... f6 12. Nxd7 Nxd7 13. f5 {gefiel mir nicht.}) 12. Nd2 f6 13. Nxd7 Nxd7 14. Rac1 Rac8 15. e4 Rce8 16. Nf3 $2 (16. exd5 $142) 16... Bh6 {hatte er übersehen.} 17. g3 e5 18. dxe5 fxe5 19. Rcd1 $2 ({Besser wäre es gewesen, sofort mit der Dame gegenzufesseln.} 19. Qd2 exf4 (19... Nf6 20. exd5 exf4) 20. Qxd5+ Rf7) 19... exf4 20. Qd2 dxe4 $1 21. Nh4 (21. Qxd7 Qxd7 22. Rxd7 fxg3 $1 ( 22... exf3 {reicht auch}) 23. Nd2 e3) 21... Nf6 (21... Ne5 {war mein erster Gedanke, aber dann habe ich zu ungenau gerechnet, aber der Textzug ist ohnehin besser.}) 22. gxf4 Rd8 (22... e3 $1 23. Qe2 Ng4 24. Qxg4 e2) 23. Qe2 Rxd1 24. Rxd1 Qxf4 25. Qc4+ Kh8 26. Ng2 Qe5 27. Qe2 c4 $6 {Hält der Computer für den besten Zug, beruhte aber auf einem Rechenfehler.} 28. Qxc4 Ng4 29. Qd4 {Den hatte ich bei c4 übersehen. Klassisches Restbild.} Qxd4+ 30. cxd4 Rf2 31. Ba1 $2 {Stellt die Partie sofort weg.} (31. Bc1 Rxa2 32. Bxh6 Nxh6 33. d5 Nf7 34. d6 Kg7 35. d7 Nd8 36. Nf4 Kf6 37. Nd5+ Ke5 $19) 31... Rxg2+ 0-1

Der nächste Gegner war dann FM Jobst Rüberg (Schachverein Ahlen 1954 e.V.). Diese Partie verlief recht kurios. Mein Gegner erlangte trotz zurückhaltender Eröffnungswahl schnell Vorteil. Ich versuchte mich einzubunkern. Eigentlich wartete ich lange Zeit nur auf den Totschlag. Der aber kam nicht. Irgendwann war die Zeit aufgebraucht, und mein Gegner bot Remis.

JavaScript wird gebraucht, um hier ein Script auszuführen.
[Event "Schachtuerken-Cup A"] [Site "Paderborn"] [Date "2015.12.28"] [Round "4.23"] [White "Rueberg, Jobst"] [Black "Braun, Ingram"] [Result "1/2-1/2"] [ECO "C02"] [WhiteElo "2053"] [BlackElo "1856"] [Annotator "Braun,Ingram"] [SetUp "1"] [FEN "r1b1kn1r/1p2bppp/pqn1p3/3pP3/1P6/2PB1NB1/P4PPP/RN1Q1RK1 b kq - 0 13"] [PlyCount "91"] [EventDate "2015.12.27"] [EventType "swiss"] [EventRounds "7"] [EventCountry "GER"] {Die französische Struktur war durch Zugumstellung entstanden, wobei Weiß zwei Tempi liegen ließ. Das Schwarz trotzdem so unter Druck gerät, zeigt, daß er kein in der Wolle gefärbter Französischspieler ist.} 13... Bd7 (13... g5 {darüber habe ich lange nachgedacht.} 14. h3 h5 15. Nbd2 Rg8 16. a4 g4 17. hxg4 Rxg4 18. Kh1 (18. -- Rxg3) 18... Bd7 19. b5 axb5 20. axb5 Rxa1 21. Qxa1 Na5 22. Nd4 $13 {Wegen des Sd4 steht vermutlich Weiß etwas besser.}) 14. Nbd2 Ng6 15. a3 O-O 16. Nb3 Na7 {Will den schlechten Läufer abtauschen.} 17. a4 Rac8 18. Qd2 Rfd8 19. h4 Be8 20. h5 Nf8 21. Bf4 Qc7 22. Rfc1 Nc6 23. a5 Nd7 24. Re1 Ncb8 25. Rac1 b5 26. Qc2 Nf8 27. Be3 Nbd7 28. Bf4 Qb7 29. Qd2 Nb8 30. Be3 Nbd7 31. Bd4 Qc7 32. h6 g6 33. Nh2 Qb8 34. Ng4 Rc6 35. Qe3 Rdc8 36. Qd2 Qc7 37. Qe3 Qb8 38. Red1 Qb7 39. g3 Qb8 40. Kg2 Qb7 41. Kg1 Qb8 42. Re1 Qb7 43. Kh2 Qb8 44. f4 {Irgendwann einmal muß er mit den Königsflügelbauern anrollen, da sich ja sonst nichts mehr bewegt. Vielleicht hätte man vorher den König nach b2 oder a3 stellen sollen.} Qb7 45. Rf1 Qb8 46. Nf2 Qb7 47. Be2 Qb8 48. Nd3 R8c7 49. Kh3 Rc8 50. g4 R8c7 51. Rg1 Rc8 52. Bf3 Kh8 53. Qd2 Kg8 54. Qf2 Kh8 55. f5 Kg8 56. Qe3 (56. f6 Bd8 {Schwarz steht noch beengter, aber jetzt gibt es überhaupt keine Bauerndurchbrüche mehr.}) 56... Kh8 57. Nf4 {Als er das zog, dachte ich eigentlich, er hätte irgendeine Gewinnvariante gefunden.} Kg8 58. fxg6 hxg6 {Hier bot er Remis. Ich war so erleichtert, daß ich sofort annahm, ohne ihn zu einem Zug aufzufordern. Da auch seine Bedenkzeit mittlerweile heruntergelaufen war, hätte er Durchbrüche nur noch mit den Bonussekunden wagen müssen. Das schien ihm zu heikel.} 1/2-1/2

Wenn man so etwas mit Computer analysiert, neigen die übrigens dazu, den Vorteil im Suchbaum vor sich herzuschieben, ohne dabei die Stellung entscheidend zu verändern.

Gegen Andreas Seipel (Schachklub Königsspringer Wewelsburg) hatte ich bei der Auflage einmal eine Kurzpartie gewonnen, als ich aus einer schlechten Position heraus haarsträubende Entwicklungen entfachte und nach der folgenden beidseitigen Fehlerorgie war die Partie plötzlich vorbei. Diesmal war meine Eröffnungsbehandlung nicht so offensichtlich schlecht, aber die heimische Durchsicht mit dem Computer war wiederum sehr ernüchternd. Bei knapper Zeit wagte ich eine Kombination, die sich tatsächlich als gewinnbringend erwies. Als beispielgebender Sportsmann konnte sich auch mein Gegner daran erfreuen.

JavaScript wird gebraucht, um hier ein Script auszuführen.
[Event "Schachtuerken-Cup A"] [Site "Paderborn"] [Date "2015.12.29"] [Round "5.28"] [White "Braun, Ingram"] [Black "Seipel, Andreas"] [Result "1-0"] [ECO "B10"] [WhiteElo "1856"] [BlackElo "1944"] [Annotator "Braun,Ingram"] [SetUp "1"] [FEN "r1bqr1k1/1p1n1ppp/2pb4/p2n4/3p4/1P3NP1/PBPN1PBP/R2Q1RK1 w - - 0 12"] [PlyCount "41"] [EventDate "2015.12.27"] [EventType "swiss"] [EventRounds "7"] [EventCountry "GER"] {Da ich leichten Entwicklungsvorsprung habe, schien mir die Auflösung des Zentrums eine gute Stategie, aber objektiv hat Weiß hier nichts.} 12. Nxd4 ( 12. Nc4 Bc7 13. Qxd4 N7f6 14. Rfe1 a4) 12... N7f6 (12... a4 13. Nc4 Bf8 14. a3 {gewährt Schwarz vollen Ausgleich.}) 13. h3 {Den weißfeldrigen Läufer zu beschränken, schien mir die einzige Möglichkeit, um etwas Voretil zu spielen. } (13. Nc4) 13... Qc7 (13... a4 14. c4 (14. Nc4) 14... a3 15. Bc1 Nc3 16. Qf3 Bb4 17. Nc2 Ne2+) 14. Qf3 Nb6 $2 {Es sieht etwas merkwürdig aus, den gut postierten Zentralspringer freiwillig zu entfernen, zumal er jetzt immer mal mit c4 beschränkt werden kann.} (14... a4 15. Rae1) 15. Rfe1 Be5 $2 {Hier gerät er jetzt auf die schiefe Bahn. An sich ist die Idee richtig, den Läufer auf b2 abzutauschen. Konkret ermöglicht mir das hier aber nur die Turmverdopplung.} 16. Re2 Bd7 17. Rae1 Bd6 18. c4 Rxe2 19. Rxe2 Re8 20. Rxe8+ Nxe8 $16 21. Qc3 {Ich hatte bereits ziemlich viel Zeit verbraucht und hier Mühe, zwischen vielen Angriffsfortsetzungen die vielversprechendste zu finden. } (21. Bc3) (21. Qh5 Nc8 (21... Nf6 $2 22. Qxa5)) (21. Ne4) 21... Bb4 22. Qe3 Qd8 23. Ne4 Bf8 (23... Be7) 24. Kh2 $2 {Hier hatte ich nur etwa 5 Min. Restzeit, weswegen ich einen „Sicherheitszug“ mache, der vor Konterangriffen mit Schach auf der Grundreihe schützen soll. Eigentlich beginne ich hier, meinen Vorteil mangels Idee wegzuwerfen.} Nc8 25. Qf4 Qc7 26. Qf3 h6 (26... g6 {hielt ich für die richtige Verteidigungsidee.} 27. Ng5 { den hatte er gefürchtet, aber er ist offenbar nicht so gefährlich.} Ncd6 28. c5 Nf5 29. Kg1 Qe5 30. g4 Qe1+ 31. Bf1 Qd2 32. Qc3 Qxd4 (32... Qxg5 $2 33. Nxf5 Qf6 34. Qd2) 33. Qxd4 Nxd4 34. Bxd4 Be7 $11) 27. Nf5 {Ich hatte erwartet, daß er den Springer nimmt und ich dann ein Endspiel mit Läuferpaar habe, das sich auch bei knapper Zeit gut spielen läßt.} Ncd6 $4 {Das verliert sofort. Die Idee ist richtig, aber die Ausführung falsch.} (27... Ne7 {ist das richtige Verfahren. Ob ich danach geopfert hätte, weiß ich nicht, da ich den Einschlag erst nach dem schwarzen Zug gesehen habe,} 28. Ne3 {konserviert etwas Vorteil, aber auch nicht mehr.} (28. Nxh6+ $2 {geht jetzt nicht.} gxh6 29. Nf6+ Nxf6 30. Qxf6 Ng6 {und der Springer deckt im Unterschied zum Text h8.} 31. h4 Qd6 32. Qc3 Qc5 33. Kg1 (33. Be4 $2 Qxf2+) (33. h5 $2 Qxh5+) 33... h5 34. Bf3 Bg4 35. Bxg4 hxg4 36. Qf6)) 28. Nxh6+ {Ich hatte nur etwa 90 Sekunden für diesen Zug.} gxh6 (28... Kh7 $142 29. Nxf7 {aber auch das ist völlig desolat.}) 29. Nf6+ {Der Witz ist, daß er entweder die Dame nach h8 lassen muß oder in das ebenso tödliche Abzugsschach hineinziehen muß.} Nxf6 30. Qxf6 Kh7 31. Qh8+ Kg6 32. Qxf8 {#4} ({Ich hatte gesehen, daß} 32. Qg8+ $142 {einen zweiten Blick wert ist, aber ich mußte ziehen.} Kh5 (32... Kf5 33. Qg4#) 33. Bf3+ Bg4 34. hxg4#) 1-0

Gegen Ingo Thomas (Krefelder Schachklub Turm 1851 e.V.) erreichte ich – wie so häufig – als Weißer nicht viel. Die wesentliche Chance, die Partie aus dem Gleichgewicht zu bringen, lag bei ihm, und ich kann von Glück sagen, daß er sie nicht nutzte.

JavaScript wird gebraucht, um hier ein Script auszuführen.
[Event "Schachtuerken-Cup A"] [Site "Paderborn"] [Date "2015.12.29"] [Round "6.21"] [White "Braun, Ingram"] [Black "Thomas, Ingo"] [Result "1/2-1/2"] [ECO "B24"] [WhiteElo "1856"] [BlackElo "2030"] [Annotator "Braun,Ingram"] [SetUp "1"] [FEN "r4r1k/pb1qbpp1/1pn1p2p/2p4P/5BQ1/2NP2P1/PPP2PB1/R3R1K1 w - - 0 15"] [PlyCount "58"] [EventDate "2015.12.27"] [EventType "swiss"] [EventRounds "7"] [EventCountry "GER"] 15. Be5 Nxe5 (15... f6 $142 16. Bf4 Nd4 {Das ist die kritische Stellung, die uns in der Analyse beschäftigt hat.} 17. Qd1 (17. Qg6 Bxg2 18. Kxg2 (18. Bxh6 Bd6 19. Kxg2 gxh6 20. Qxh6+ Qh7 21. Qxh7+ Kxh7 22. Rac1) 18... f5 (18... Nxc2 { geht auch.} 19. Bxh6 Nxe1+ 20. Rxe1 Bd6 21. Rxe6 Be5)) (17. Bxh6 {reicht aber für Ausgleich.} gxh6 18. Qg6 Rf7 19. Qxf7 Bxg2 20. Qg6 (20. Kxg2 $2 Rg8) 20... Nf5 21. Qf7 (21. g4 $2 Rg8) 21... Bf3 22. Qxe6 (22. Rxe6 $2 Rf8) 22... Qxe6 23. Rxe6 Bd8 (23... Bxh5 24. Nd5) 24. Nb5 (24. Rae1 Kg7) 24... Bxh5 25. c3 Bf7 { Materiell ist das ungefähr ausgeglichen, aber in einer solch offenen Stellung ist das Läuferpaar eine Macht. Hier steht bestimmt Schwarz besser.}) 17... e5 18. Be3 Bxg2 19. Kxg2 f5 20. Bxd4 cxd4 21. Nb1 f4 ({oder} 21... Qc6+) 22. Nd2 { Auch hier ist Schwarz am Drücker.}) 16. Rxe5 Bf6 17. Re2 Rad8 18. Bxb7 $2 { Eigentlich sollte man den Gegner schlagen lassen, weil das ein Tempo spart.} ( 18. Rae1 Bxg2) 18... Qxb7 19. Qe4 Qc7 (19... Qa6 {um den a-Bauern anzugreifen.} ) 20. Rae1 Rd4 21. Qf3 Qd7 22. Kg2 Kg8 23. Ne4 Be7 24. b3 Bd8 $6 (24... b5 { Das hätte er wohl probieren sollen, wenn er auf Gewinn spielen wollte.}) 25. Nd2 Bc7 ({immer noch} 25... b5) 26. Re4 Rd8 27. Nc4 Rxe4 28. Rxe4 {(=) Das Remisangebot kam wohl ein bißchen früh, aber tatsächlich läuft es jetzt darauf hinaus.} Qd5 29. Ne3 Qc6 30. Ra4 Qxf3+ 31. Kxf3 a5 32. Rg4 Kf8 (32... b5 33. a4 b4 34. Nc4) 33. a4 Rd7 34. Ke2 f5 35. Rg6 Kf7 36. Nc4 Rd4 37. f3 (37. f4 {Im Prinzip steht Weiß schon besser, aber angesichts des unbeweglichen Turms sind seine Gewinnchancen nicht sehr hoch.} Rd8 38. Kd2 Rd4 39. Na3 Rd5 40. Kc3 Bd8 41. Kc4 Bf6 42. Nb1 (42. Kb5 $4 c4+ 43. Kxc4 Rc5#) 42... Ke7 43. Nd2 Kd7 44. Nf3 Ke7 $11) 37... Rd8 38. g4 fxg4 39. fxg4 Rd4 40. Ke3 Bf4+ 41. Kf3 Bc7 42. Ke3 Bf4+ 43. Kf3 Bc7 1/2-1/2

Vor der letzten Runde hatte ich +1 gegen einen guten Gegnerschnitt und wäre auch mit dem Turnier zufrieden gewesen, wenn ich nun verloren hätte. Aber es kam noch besser. Dominik Plaßmann (Gütersloher Schachverein von 1923 e.V.), der nach starkem Beginn noch in der fünften Runde gegen GM Henrik Teske verloren hatte, wählte ausgerechnet die Variante, mit der ich zwei Monate zuvor beim Korbacher Open gegen Uwe Kersten chancenlos verloren hatte. Glücklicherweise hatte mir Uwe danach erklärt, wie man sie richtig behandelt. Danke, Uwe! So erzielte ich als Schwarzer sogar leichen Vorteil. Im Bemühen, einen Angriff zu inszenieren, übersah mein Gegner dann einen Qualitätsverlust. Und obwohl ich bei knapper Zeit das Endspiel viel zu umständlich spielte, konnte ich gewinnen.

JavaScript wird gebraucht, um hier ein Script auszuführen.
[Event "Schachtuerken-Cup A"] [Site "Paderborn"] [Date "2015.12.30"] [Round "7.22"] [White "Plassmann, Dominik"] [Black "Braun, Ingram"] [Result "0-1"] [ECO "B22"] [WhiteElo "2057"] [BlackElo "1856"] [Annotator "Braun,Ingram"] [SetUp "1"] [FEN "r4rk1/pp2bppp/2b1p3/q1n1P3/2P2B2/P4N2/2B2PPP/R2QR1K1 b - - 0 16"] [PlyCount "73"] [EventDate "2015.12.27"] [EventType "swiss"] [EventRounds "7"] [EventCountry "GER"] 16... Ba4 {In solchen Stellungen, in denen ein Be5 den gegnerischen Königsflügel einengt, ist der weißfeldrige Läufer üblicherweise die gefährlichste Angriffsfigur. Deshalb soll er getauscht werden.} 17. Bg5 (17. Bxa4 Rfd8 18. Bd2 Qxa4 19. Qxa4 Nxa4 20. Bb4 Bc5) 17... Bxc2 18. Qxc2 Qc7 ( 18... Bxg5 19. Nxg5 g6 {hätte man gut spielen können, da der weiße Springer auf e4 nur abgetauscht werden würde.}) 19. Re3 Rfd8 20. Rae1 h6 21. Bf4 Rd7 22. h3 Rad8 23. g4 $4 {Es ist ohnehin ein Problem, aus dieser Stellung einen Angriff zu inszenieren, aber hier übersieht er einfach eine Gabel.} Nd3 24. Bg3 Nxe1 25. Nxe1 Rd4 26. Rc3 Rd2 27. Qe4 Qc6 28. Qxc6 bxc6 29. Kg2 Rd1 30. f4 Ra1 31. Bf2 Rd2 32. Kf3 Rxa3 33. Rxa3 Bxa3 34. Bxa7 {Eigentlich dachte ich, ich könnte jetzt den c-Bauern gewinnen, aber das erweist sich als Trugschluß. } Rd1 35. Nc2 Rc1 36. Ne3 Rc3 37. Ke4 Bc1 38. Bd4 Rb3 39. h4 Bxe3 40. Bxe3 Kf8 41. f5 Ke8 {Hierfür verbrauchte ich fast den ganzen Zeitzuschlag. Die Stellung ist zwar gewonnen, aber nicht trivial.} 42. f6 gxf6 (42... g5 43. hxg5 hxg5 44. Bxg5 Rg3 45. Kf4 Rc3 {wäre der einfachste Gewinnweg gewesen.}) 43. exf6 {(=)} Rc3 44. Kd4 $2 {Danach wird es einfach.} (44. Bxh6 $1 Rxc4+ 45. Kf3 c5 46. h5 e5 $1 {Ob ich diesen einzigen Gewinnzug gespielt hätte, darf bezweifelt werden.} (46... Rc2 $2 {Es gelingt nicht, auf die h-Linie zu kommen. } 47. Kg3 Ra2 48. Bg7 c4 49. h6 Ra3+ 50. Kg2 Ra2+ $11) 47. Bg7 e4+ 48. Ke3 Rc3+ 49. Kxe4 Rg3 50. Kd5 (50. h6 $2 Rxg4+ 51. Kd5 (51. Kf5 $4 Rh4) 51... Rg5+) 50... Rxg4 51. Kxc5 Rg5+ 52. Kc6 Rxh5 $19) 44... Rc2 45. Ke4 Rxc4+ 46. Kf3 h5 47. gxh5 Rxh4 48. h6 Kf8 49. Kg3 Rh1 50. Bd2 Kg8 51. Kf3 Kh7 52. Ke4 Rxh6 0-1

Dieser Sieg spülte mich weit nach oben und ich ahnte, daß ich zur Siegerehrung bleiben müßte. Tatsächlich wurde ich für den Ratingpreis < 2000 aufgerufen. Damit hatte ich nach den Ergebnissen der letzten Zeit wirklich nicht gerechnet.

Wörter, ≈ Zeichen
Google Maps