Endrunde der Deutschen Amateurmeisterschaft

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Zuletzt durfte ich ja schildern, wie ich mich etwas überraschend in der Kasseler Vorrunde der Deutschen Amateurmeisterschaft für das Finale in der zweithöchsten Gruppe B qualifiziert hatte. Erfreulicherweise hatten sich auch meine Schüler Adrian und Joshua Hoke und ihr Vater Christoph Homann (alle E-Gruppe) qualifiziert, so daß die ganze Trainingsgruppe in Leipzig auflaufen konnte, die numehr auch geschlossen der Schachabteilung des ESV Rot-Weiß Göttingen angehört.

Da ohnehin eine Übernachtung vor der ersten Runde nötig war, nahm ich mir die Zeit, das recht große Stadtgeschichtliche Museum im Alten Rathaus zu besuchen. Es hätte gerne ein bißchen mehr Archäologie dabei sein dürfen, aber die sehr lebendig gestalteten Gesichter in den Reformatorenporträts von Lucas Cranach d. J. sollte man sich unbedingt mal aus unmittelbarer Nähe betrachten. Wirklich atemberaubend! Ziemlich überrascht war ich, plötzlich vor dem bekannten Gemälde zu stehen, das den sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich in Gefangenschaft beim Schachspiel mit einem spanischen Bewacher zeigt. Das hatte ich gar nicht in Leipzig vermutet. Des Rätsels Lösung: Es gibt ein zweites Exemplar im Schlossmuseum Gotha.

Das Leipziger Exemplar: Jan Cornelisz Vermeyen zugeschrieben, Öl auf Holz, 91 × 113 cm, ca. 1548, Stadtgeschichtliches Mueum Leipzig, CC BY-NC-SA 3.0 DE.

Im Turnier, das wie auch die Vorrunden nach fünf Runden Schweizer System gespielt wird, mit 90 Minuten für 40 Züge´plus 15 Minuten für den Rest plus 30 Sekunden Bonus vom ersten Zug an, war ich in der unteren Hälfte und bekam mit Christian Klaus vom SV Breitenworbis gleich den Dritten der Setzliste. Das erwies sich später als günstig, weil ich damit eine sehr gute Wertung bekam. Allerdings wählte ich eine schlappe Variante und stand nach einer Unaufmerksamkeit den größten Teil der Partie über schlecht bis auf Verlust. Erst im Turmendspiel gelang es mir, ins Remis zu entfleuchen.

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[Event "DSAM Cup final B"] [Site "Leipzig"] [Date "2018.05.31"] [Round "1.3"] [White "Braun, Ingram"] [Black "Klaus, Christian"] [Result "1/2-1/2"] [ECO "B06"] [WhiteElo "2020"] [BlackElo "2048"] [Annotator "Work"] [SetUp "1"] [FEN "r2q1rk1/1bpnnpbp/pp4p1/3p4/P2P1P2/2N1BB2/1PPQN1PP/R4RK1 w - - 0 13"] [PlyCount "68"] [EventDate "2018.05.31"] [EventType "swiss"] [EventCountry "GER"] [SourceVersionDate "2017.02.10"] 13. Ng3 $2 (13. g4 f5 14. g5 {ergäbe eine spielbare Stellung.}) 13... f5 $1 $17 {[%cal Gd7f6,Gf6e4] Ist mir völlig entgangen. Jetzt sind die weißen Leichtfiguren völlig unbeweglich.} 14. Rad1 Nf6 15. Kh1 Nc8 $1 {[%cal Gc8d6, Gd6e4]} 16. Nge2 Nd6 17. b3 {[%cal Gd6c4]} Nfe4 18. Qe1 Qe7 19. Bxe4 fxe4 { [%cal Gd6f5]} 20. g4 b5 21. Ng3 $2 (21. a5 {Weiß sollte versuchen, die weiße Stellung geschlossen zu halten.}) 21... Qh4 22. g5 {Weiß muß das Feld f5 für die schwarzen Figuren freigeben und sollte damit eigentlich auf Verlust stehen.} c6 23. Qf2 {[%cal Gg3e4] Versucht, aus der ungedeckten schwarzen Dame Kapital zu schlagen.} Rae8 24. axb5 $2 ({Wie schlecht Weiß steht, sieht man daran, daß der Computer das Bauernopfer} 24. f5 {schon für das Beste hält.} Nxf5 25. Nxf5 Qxf2 26. Rxf2 Rxf5) 24... cxb5 $1 {[%cal Ge8c8] Natürlich!} 25. Bc1 $6 {[%cal Gc1a3,Ga3f8] Mit einer versteckten Absicht!} a5 26. Ngxe4 { Das war sie. Ist aber objektiv gar nicht gut.} Qxf2 27. Nxf2 Rc8 {Das ist das Problem. Zwar ist der schöne Freibauer auf e4 weg, aber Schwarz gewinnt den Bauern zurück und kann in die schlecht koordinierte weiße Figurenstellung eindringen.} 28. Bb2 b4 (28... Ne4 $142 {wäre der klarere Gewinnweg gewesen.}) 29. Na4 Rxc2 30. Ng4 Ne4 31. Rc1 Rxc1 (31... Rd2 $142 $1 32. Rc7 {nützt nichts.} Ba6 33. Rf3 $2 Be2) 32. Rxc1 Rxf4 {Auch das ist noch gewonnen für Schwarz.} 33. h3 $6 Nxg5 34. Rc7 Rf7 35. Rc5 Nxh3 (35... h5 $1 36. Ne5 Bxe5 37. dxe5 d4+ {wäre jetzt der eindeutige Totschlag gewesen. Aber bei schwindener Zeit spielt Schwarz zu ungenau.}) 36. Rxa5 Nf2+ $2 ({Immer noch} 36... h5) 37. Nxf2 Rxf2 38. Rb5 Bc6 39. Rxb4 {Selbst hier steht Schwarz noch auf Gewinn.} Bxa4 $2 {Ein taktischer fehler kurz vor der Zeitkontrolle.} 40. bxa4 $11 { Da ist es passiert. Es geht keine Figur verloren, und der entfernte Freibauer schafft genügend Gegenspiel.} Rf8 41. Rb5 (41. a5) 41... Rd8 42. a5 Bf8 43. Kg2 Ra8 44. Bc3 Rc8 45. Be1 Kf7 46. Rxd5 {Weiß ist froh, mit Remis davongekommen zu sein.} ({Mit} 46. a6 $142 {hätte man Schwarz sogar noch einmal zu genauem Spiel zwingen können.} Ke6 47. a7 Bd6 48. Rb6 Kd7 49. Rb7+ Kc6 50. Rxh7 Ra8 51. Bg3 Bb4 (51... Bxg3 52. Kxg3)) 46... Ke6 {(=)} 1/2-1/2

In der zweiten Runde war dann mit dem starken Uwe Töllner (SF Barsinghausen) ein anderer Niedersachse mein Gegner. Ich konnte seinen Angrff abwehren und gegen die kompromittierte weiße Stellung einen schönen Schwarzsieg einfahren.

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[Event "DSAM Cup final B"] [Site "Leipzig"] [Date "2018.05.31"] [Round "2.12"] [White "Töllner, Uwe"] [Black "Braun, Ingram"] [Result "0-1"] [ECO "B43"] [WhiteElo "2080"] [BlackElo "2020"] [Annotator "Work"] [SetUp "1"] [FEN "r4rk1/1bqnbppp/p2ppn2/8/1p1NPP1B/3B4/PPP1Q1PP/1N2RR1K b - - 0 14"] [PlyCount "79"] [EventDate "2018.05.31"] [EventType "swiss"] [EventCountry "GER"] [SourceVersionDate "2017.02.10"] 14... Rfe8 (14... Nc5 {Hier hätte man wohl dem Standardplan folgen sollen, Weiß' effektivste Angrifssfigur abzutauschen:} 15. Nd2 Nxd3 16. cxd3 Nxe4 17. Bxe7 Nxd2 18. Bxf8 Nxf1 19. Bxg7 Kxg7 20. Rxf1 Rg8) 15. e5 Nd5 16. Bxe7 Nxe7 17. Nd2 Nc5 18. Qh5 $6 {Will unbedingt Königsangriff bekommen, aber ohne den Weißfelder funktioniert das nicht so gut.} (18. Nc4 dxe5 19. fxe5 Nxd3 20. cxd3 Bd5) 18... Nxd3 19. cxd3 Ng6 {Der soll mal auf e5 schlagen können, wenn ein Weißer Springer auf d6 auftaucht.} 20. Nc4 dxe5 21. fxe5 Red8 $2 {Ich hielt das Qualitätsopfer auf d6 für recht attraktiv.} (21... Bd5 $142 {um e6 zu decken, damit Schwarz f6 spielen kann.} 22. Nd6 Rf8 23. Qe2 f6) 22. Nd6 Rxd6 23. exd6 Qxd6 {[%csl Yd3,Yg2][%cal Gg6f4,Gg6h4,Gf4g2,Gh4g2] Ich habe einen Bauern und Spiel gegen die Schwachpunkte d3 und g2 als Kompensation. Allerdings muß er auch auf eigene Weichstellen aufpassen, z. B. f7.} 24. Nf3 h6 25. Qg4 Rc8 26. d4 $2 {Sieht zwar logisch aus, weil er mal Se5 vorbereitet, ist aber wohl der Verlustzug.} (26. Qd4 $1 {Der Damentausch hätte die Mattgefahren drastisch reduziert.} Qxd4 (26... Bd5) 27. Nxd4 e5 28. Nf5 Rc2 29. Ne3 Rxb2 30. Rb1 Re2 31. Rfe1 Rxa2 32. Rxb4 Bc6) 26... Rc2 27. Rb1 (27. Qg3 Nf4 28. Rf2 Rxf2 29. Qxf2 Nd3) (27. Kg1 Nf4 28. Rf2 Rxf2 29. Kxf2 Nd3+) 27... Qd5 $2 {Das stellt fast den gesamten Vorteil wieder ein.} (27... Nf4 {wäre der sofortige Gewinn gewesen.} 28. Rg1 Nd3 $1 {übersehen!} 29. Rgf1 Nf2+ 30. Rxf2 Rxf2) 28. Rg1 $2 (28. Ne1 $1 {und Schwarz kann den Turm nicht auf der zweiten Reihe halten.} Rd2 29. Nf3) 28... Qxa2 {Ich hatte etwas gezögert, ob der randbauer die Tempi wert ist, aber es ist der richtige Zug. Schwarz gewinnt am Damenflügel während Weiß die Drohungen am Königsflügel abwehren muß.} 29. h4 Ne7 30. Rgf1 Nf5 31. Qf4 Qd5 32. Rbc1 b3 33. Rce1 Rxb2 34. Qb8+ {Das schafft dem Schwarzen in beiderseitiger Zeitnot noch einmal ein paar Probleme. Tatsächlich funktioniert es überhaupt nicht.} Kh7 35. Re5 $2 Qd7 $2 (35... Ng3+ $1 36. Kg1 (36. Kh2 Nxf1+) 36... Qxd4+ $3 37. Nxd4 Rxg2# {habe ich af die Schnelle leider nicht gesehen.}) 36. Rd1 Qe7 {[%cal Ge7h4]} 37. d5 Qd7 38. Rxf5 $6 {Die Idee war wohl, noch einmal einen Freibauern zu bilden. Aber der Rest ist jetzt einfach.} exf5 39. Qe5 Ra2 40. Kh2 Ra5 {beseitigt den Freibauern.} ( 40... b2 {ist sofort aus, aber es war der Kontrollzug.}) 41. Qf4 Rxd5 42. Rb1 Qd6 {Computer gewinnen mit dem Freibauern, aber mit nur 15 Minuten Verlängerung und viel Adrenalin im Blut sind einfache technische Endspiele sehr attraktiv.} 43. Qxd6 Rxd6 44. Rxb3 Bxf3 45. gxf3 {Wer die Klassiker studiert hat, erkennt hier ein simples Muster. Der schwarze König wandert zum Freibauern, während es wegen der schwarzen Majorität am Königsflügel kein Gegenspiel gibt.} Kg6 46. Ra3 Kf6 47. Kg3 g6 48. Ra5 Ke7 49. Kf4 Re6 50. Ra4 Kd7 51. Rb4 Kc7 52. Rc4+ Rc6 53. Rd4 a5 0-1

Als ich in der dritten Runde Thomas Wille von der Velberter Schachgeselschaft, der in der Vorrunde noch vor mir gelegen hatte, in einer Positionspartie ohne wesentliche taktische Momente schlug, spielte ich gänzlich unvermutet plötzlich um die Preise mit.

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[Event "DSAM Cup final B"] [Site "Leipzig"] [Date "2018.06.01"] [Round "3.4"] [White "Braun, Ingram"] [Black "Wille, Thomas"] [Result "1-0"] [ECO "B12"] [WhiteElo "2020"] [BlackElo "2008"] [Annotator "Braun,Ingram"] [SetUp "1"] [FEN "r3k2r/pp1n1pp1/2p1p1b1/3pP2p/2PP1P1q/8/PP1NB1PP/R2Q1RK1 b kq - 0 14"] [PlyCount "80"] [EventDate "2018.05.31"] [EventType "swiss"] [EventCountry "GER"] [SourceVersionDate "2017.02.10"] 14... Qd8 {Das Problem in der schwarzen Stellung liegt darin, daß er wegen h5 nicht gut kurz rochieren kann.} 15. c5 ({Wahrscheinlich wäre} 15. cxd5 {etwas stärker gewesen. So ganz schlüssig bin ich mir immer noch nicht.} cxd5 16. Rc1 Qb6 17. Nf3) 15... b6 16. b4 Qc7 {Diesen Zug verstehe ich nicht so richtig.} 17. Nf3 a5 18. a3 Be4 {Schwarz weiß nicht so richtig, was er ziehen soll.} 19. Ng5 Bg6 $2 (19... g6) 20. Qd2 $2 (20. Bd3 $1 {gewinnt schon, allerdings hätte man} Bxd3 21. Qxd3 g6 (21... bxc5 22. f5) 22. Nxe6 $1 fxe6 23. Qxg6+ Kd8 24. f5 $18 {richtig berechnen und abschätzen müssen.}) 20... Ke7 21. Qe3 Bf5 22. h3 h4 {Tauscht die Schwäche auf h5 gegen eine auf h4.} 23. Bd3 g6 24. Nf3 (24. Bxf5 gxf5 {[%cal Ga8g8,Gd7f8,Gf8g6] und Schwarz bekommt Gegenspiel.}) 24... Kf8 25. Rfc1 (25. Bxf5 $142 gxf5 26. Rfc1 Ke7 27. Qe1 bxc5 28. bxc5 a4) 25... b5 $2 ({Er hätte weiter stillhalten sollen.} 25... Bxd3 26. Qxd3 Kg7) 26. a4 {Logisch! Weiß freut sich über die Öffnung des Damenflügels.} Bxd3 27. Qxd3 bxa4 $2 (27... Kg7 28. axb5 cxb5 29. Rxa5 Rxa5 30. bxa5 Qxa5 {ist sicherlich nicht attraktiv, aber besser.}) 28. Rxa4 { Jetzt geht auch noch der a-Bauer flöten.} Kg7 29. Rca1 Rhb8 30. bxa5 (30. Rxa5 $142) 30... Rb5 31. a6 Ra7 32. Nxh4 {Ja, da gab es auch noch eine Schwäche.} Qb8 33. R4a3 Rb2 34. Nf3 Qb4 (34... Qb5) 35. Kh2 Nb8 (35... Qb5) 36. Ra4 Qb5 37. R4a3 Qb4 38. h4 Qb5 39. Kg3 (39. f5 $1 {wäre die Gewinnidee gewesen, aber das war mir zwei Züge vor der Zeitkontrolle nicht klar.} Qxd3 (39... gxf5 40. Qe3) (39... exf5 40. Qe3) 40. f6+) 39... Qxd3 $2 {Das macht es mir einfach. Zwar gewinnt er den a6, aber, aber er gerät in eine völlig passive Stellung, in der ich in Ruhe mit meinem Mehrbauern kneten kann.} 40. Rxd3 Rxa6 41. Rda3 { Das nagelt den Springer fest, der jetzt nicht nach b4 kommt.} Rxa3 42. Rxa3 { [%cal Ga3a7,Gf3g5,Gg5e6,Gg5f7]} Rb7 43. Ra8 {Jetzt kann der Springer praktisch überhaupt nicht mehr ziehen. Sehr schön, wenn man mit wenig Zeit spielen muß.} Kh6 44. Ng5 Kg7 45. Kg4 Kg8 46. Nf3 Kg7 47. h5 Kh6 48. hxg6 Kxg6 49. Nh4+ Kg7 50. Kg5 Rb4 51. f5 Rb7 52. g4 exf5 53. Nxf5+ Kh7 54. Nd6 1-0

Aber vor den Preisen lagen immer noch zwei schwere Partien. Der vereinslose Kölner Matthias Peter Niesel, früher mal Zweitligaspieler, forderte mir einiges an Verteidigungskünsten ab.

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[Event "DSAM Cup final B"] [Site "Leipzig"] [Date "2018.06.01"] [Round "4.4"] [White "Niesel, Matthias Peter"] [Black "Braun, Ingram"] [Result "1/2-1/2"] [ECO "A25"] [WhiteElo "2090"] [BlackElo "2020"] [Annotator "Work"] [SetUp "1"] [FEN "r2n1rk1/p2q1pb1/2ppbn1p/4p1pP/2P1P3/3PN1P1/P4PB1/1RBQK1NR w K - 0 15"] [PlyCount "80"] [EventDate "2018.05.31"] [EventType "swiss"] [EventCountry "GER"] [SourceVersionDate "2017.02.10"] 15. Bb2 {Ein Tempoverlust, weil später sowieso La3 folgt.} Ng4 {Der Springer verstellt den f-Bauern, und ich war froh, ihn loszuwerden.} 16. Nxg4 Bxg4 17. Ne2 Rb8 18. Ba3 Rxb1 19. Qxb1 Bxe2 20. Kxe2 c5 {[%cal Gd8c6,Gc6d4]} ( 20... Ne6 {Schien zunächst recht stark zu sein, ist aber auch nicht besser als der Text.} 21. Kf1 Nd4 22. Qd1 $1 f5 23. Bb2 f4 24. Bh3 Qf7 25. Bxd4 exd4 26. Bf5) 21. Bc1 Nc6 22. Be3 Rb8 23. Qc1 Qb7 (23... Rb6 $142 $1 24. Bh3 Qb7) 24. Rd1 a5 25. Rd2 a4 26. Bh3 Bf6 {[%cal Gf6d8,Gd8a5]} 27. Qd1 a3 28. Qc1 Ra8 ( 28... Nd4+ $142 29. Bxd4 exd4 30. Qxa3 $2 Qb1 31. Bd7 g4 {[%cal Gf6g5]} 32. Bxg4 Bg5 33. f4 $2 Qg1 $1 $19 {Hätte man natürlich alles sehen müssen.}) 29. Kf1 Bd8 30. f4 $2 f6 $2 $16 {Jetzt ist plötzlich Weiß am Drücker.} (30... exf4 $1 {bringt Schwarz beträchtlich in Vorteil.} 31. gxf4 Rb8 32. Kf2 (32. fxg5 Qb1 33. Qxb1 Rxb1+ 34. Kf2 Bxg5 35. Bd7 Nb4) (32. Kg2) 32... Qb1 33. Qxb1 Rxb1 34. e5 gxf4 35. Bxf4 dxe5 36. Bxh6 Nd4) 31. fxg5 hxg5 32. Be6+ Kg7 33. Bd5 Ra6 34. h6+ Kh7 (34... Kh8 $142 {[%cal Gc1d1,Gd1h5] weil dann nach Dd1-h5 kein Schach auf f7 droht.}) 35. Qd1 Qd7 36. Qh5 Ra7 37. Rf2 $2 $11 {Plötzlich ist es wieder ausgeglichen.} (37. Bxg5 $142 Nb4 (37... fxg5 $4 38. Rf2 {[%cal Gf2f7]}) 38. Be3 Nxd5 39. cxd5) 37... Nb4 38. Kg2 Nxd5 39. exd5 Rb7 40. Qf3 Rb2 41. Bc1 Rxf2+ 42. Qxf2 Kxh6 43. Bxa3 Qa4 44. Bc1 Kg6 45. g4 Qd1 46. Qf5+ Kh6 47. Be3 Qe2+ 48. Bf2 Qxa2 $1 {Unter beträchtlichem Zeitdruck schätzt Schwarz die Sache richtig ein. Weiß kann jetzt eine Figur gewinnen, aber kommt danach nicht mehr aus dem Dauerschach heraus. Ich hatte befürchtet, daß sonst der a-Bauer einfach durchläuft.} (48... Kg7 49. a4 Bb6 {Das war Unsinn, denn der bauer kommt hier nicht über a5 drüber.}) 49. Qd7 Qe2 (49... Ba5 $2 50. Qf7 Be1 51. Qxf6+ Kh7 52. Qe7+ Kg8 53. Qxg5+ Kf7 54. Qe3 {und wahrscheinlich gewinnt Weiß.}) 50. Qxd8 Qxg4+ 51. Kh2 Qf3 (51... Qf4+ 52. Bg3 Qf1 $11) 52. Qh8+ Kg6 53. Qg8+ Kh6 (53... Kf5 54. Qh7+ Kf4 55. Qe4+ Qxe4 56. dxe4 Kxe4 57. Bxc5 Kd3 58. Bxd6 Kxc4 59. Bxe5 Kxd5 60. Bxf6) 54. Qh8+ Kg6 1/2-1/2

Nach vier ausgekämpften Partien verflachte die letzte dann relativ schnell. Marc Duhn (Verein Segeberger SF) war eigentlich nur Letzter der Setzliste, spielte aber ein hervorragendes Turnier. Wegen unserer guten Wertung konnten wir beide uns ausrechnen, bei einem Remis unter den Preisträgern zu sein, weswegen keiner Lust hatte, ein ziemlich remisliches Endspiel zu kneten

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[Event "DSAM Cup final B"] [Site "Leipzig"] [Date "2018.06.02"] [Round "5.3"] [White "Braun, Ingram"] [Black "Duhn, Marc"] [Result "1/2-1/2"] [ECO "C26"] [WhiteElo "2020"] [BlackElo "1864"] [Annotator "Work"] [SetUp "1"] [FEN "r2q1rk1/1ppb2pn/p1np3p/4p3/8/3PN1PP/PPP1NPBK/R2Q1R2 w - - 0 14"] [PlyCount "20"] [EventDate "2018.05.31"] [EventType "swiss"] [EventCountry "GER"] [SourceVersionDate "2017.02.10"] 14. d4 {Ich wollte die Stellung öffnen, damit meine Leichtfiguren gegen die weißfeldrigen Schwächen der schwarzen Königsstellung spielen können. Das endet aber nur in einer Verflachung. Es ist aber auch nichts wirklich besseres in Sicht} Qe8 15. dxe5 dxe5 16. Nd5 Rc8 $2 {Das ist gar nicht nötig.} (16... Rd8 $1 {Schachfft genug Gegenspiel. Es ist eher Weiß, der hier aufpassen muß.} 17. c4 (17. Nxc7 Qg6 18. c3 (18. f4 Bxh3 19. Bd5+ Kh8 20. Kxh3 Nb4) 18... Ng5 19. Qb3+ Kh8 20. Rad1 (20. Qxb7 Nf3+ 21. Bxf3 Rxf3 22. Nxa6 Qf5 $19) 20... Nxh3 21. Bxh3 Bxh3 22. Rxd8 Nxd8 23. Kxh3 Qh5+ 24. Kg2 Qxe2)) 17. f4 Be6 $2 (17... Kh8 $142) 18. fxe5 $2 {Danach verflacht das Spiel schnell.} (18. c4 $1 {hätte hier etwas Aussicht auf Vorteil geboten.} Nf6 19. Qb3 b5 20. cxb5 axb5 21. Nxf6+ Rxf6 22. Qxb5 $16) 18... Rxf1 19. Qxf1 Nxe5 20. Nef4 c6 21. Nxe6 Qxe6 22. Nf4 Qf5 {Jetzt ist Damentausch praktisch unvermeidlich.} 23. Nd3 { Das führt zu einem symmetrischen Turm-Leichtfigur-Endspiel, das sehr remislich aussieht.} ({Mein ursprünglicher Plan war} 23. Re1 {, aber nach} Re8 {steht immer Sf3+ im Raum. Das geht zwar alles noch, aber es ist eher Weiß, der taktisch achtgeben muß.}) 23... Qxf1 {(=)} (23... Qxf1 24. Bxf1 Nxd3 25. Bxd3 Nf6 26. Bg6 Kf8 (26... Rd8 27. Kg2 Rd2+ 28. Kf3) 27. g4 Rc7 28. Kg3 Re7) 1/2-1/2

Am Ende reichte es mit dem vierten Platz zu einem Preis wie schon bei meiner einzigen Finalteilnahme , damals aber noch in der C-Gruppe. 3½ Punkte gegen einen 2000er Schnitt, DWZ-Allzeithoch (2042) – viel besser hätte es nicht laufen können, zumal mir eine so hohe Platzierung in den schwächer besetzten Vorrunden noch nie gelungen ist. Auch Joshua kam in seiner Gruppe als siebter noch auf den letzten Preisrang. Die Wartezeit bis zur Abschlußgala mit der Siegerehrung und DSB-Präsident Ullrich Krause vertrieb ich mir mit einem Vortrag von Dr. Michael Negele, der sehr interessante Früchte jahrelanger Forschungen zum deutschen Langzeitweltmeister Emanuel Lasker vortrug, dessen Geburtstag sich heuer zum 150. Mal jährt. Adrian, Joshua und Christoph nahmen unterdessen an einer Simultanvorstellung des Leipziger Großmeisters Lothar Vogt teil. Adrian konnte dabei ein Unentschieden erreichen.

Großmeister Lothar Vogt am Brett von Adrian Hoke, der ihm ein Remis abnimmt; dahinter sein Bruder Joshua.
Großmeister Lothar Vogt am Brett von Christoph Homann.

Nachdem mich meine Studien zur Geschichte des Dominospiels in die Franzosenzeit () geführt hatten, ließ ich den Ausflug nach Leipzig mit einem Besuch des Völkerschlachtdenkmals ausklingen. Dieser 91 m hohe Monumentalbau wurde zur Hundertjahrfeier der sogenannten Völkerschlacht errichtet, bei der im Oktober fast 600.000 Soldaten kämpften und nach der Niederlage Napoleons dessen Machtambitionen in Deutschland beendeten. Da man mir im ersten Semester gesagt hatte, daß man sich Geländedenkmale erlaufen muß, ignorierte ich den Fahrstuhl, der bis zum oberen Umgang führt, und stapfte alle 500 Treppenstufen hoch. Ein sinnvoller Abschluß nach tagelangem Sitzen! Während meines Ausfluges hatte es unter den Funktionären offenbar Streit gegeben. Der DSB verkündete in einer recht kurz angebundenen Pressemitteilung, daß der DSAM-Beauftragte Dr. Dirk Jordan wegen Differenzen mit dem Präsidenten zurückgetreten sei. Die Turnierserie soll aber weiter bestehen bleiben.

Das Völkerschlachtdenkmal, leider im Gegenlicht.
Eine der vier Tugenden über den Totenwächtern.
Blick nach Nordosten von der Spitze.
Wörter, ≈ Zeichen