7. Vellmarer Schachtage 2015


Nachdem die offenen Turniere in Nordhausen und Möhnesee bedauerlicherweise nicht mehr stattfinden, sind die Vellmarer Schachtage um so wichtiger als Turnier für die Sommerferien in der Mitte Deutschlands. Schon immer sehr gut organisiert, sind sie seit dem Umzug von der Kulturhalle Niedervellmar in die besser geeignete Mehrzweckhalle Frommershausen (eines der Vellmarer Altdörfer) nunmehr auch mit einer überaus großzügigen Räumlichkeit ausgestattet, die wohl auch 400 Teilnehmer problemlos aufnehmen würde. Diesmal wurde mit 193 Spielern, darunter auch eine Gruppe aus China, ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt. Erstmals wurde das gesamte A-Turnier mit DGT-Brettern live ins Internet übertragen.

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Kurz vor Beginn der Runde ein Blick in die weitläufige Mehrzweckhalle Frommershausen.

Ich befand mich unter den 71 Teilnehmern des A-Turniers knapp in der unteren Hälfte und wurde deshalb gegen den mittlerweile sehr stark gewordenen Markus Hahn vom Kasseler SK gelost. Obwohl ich die ganze Partie unter Druck stand, hätte ich die Partie remis halten können.

In der zweiten Runde kam es zum südniedersächsischen Bezirksduell mit Dietrich Schlotter vom Hildesheimer SV, in dem mir Fortuna breit zulächelte, als ich ein sehr remisliches Endspiel gewann.

Die dritte Runde brachte mir dann mit Teodora Rogozenco (Hamburger SK) die Tochter des Bundestrainers. Das erzeugte die amüsante Kalamität, daß ich normalerweise mit Weiß nach dem Buch ihres Vaters spiele. Aber ich hatte mir ohnehin vorgenommen, bei den Eröffnungen etwas zu experimentieren. Leider spielte ich die richtige Idee aus den falschen Gründen heraus.

In der vierten Runde sah ich mich dann mit den Nachteilen der Liveübertragung konfrontiert, denn Philipp Reitz vom VfR-SC Koblenz wiederholte bewußt die Eröffnung aus meiner Partie mit Markus Hahn. Ich wechselte früh die Variante, denn gegen einen etwa gleichstarken Spieler wollte ich nicht nur klammern. Schließlich gewann ich etwas glücklich.

In der fünften Runde stellte ich dann in der Eröffnung ohne Not und ganz primitiv einen Bauern ein. Ich konnte gegen Alexander Stöber vom SC Dingelstädt noch Remis halten, was angesichts der Tatsache, daß Alexander über 100 DWZ-Punkte in dem Turnier gewann, offenbar eine größere Leistung war als ich dachte.

Bisher war mein Sonntagsergebnis bei den Kasseler bzw. Vellmarer Schachtagen 10/12 (+9 -1 =2), aber diesmal gelang mir nicht viel. In der sechsten Runde unterlag ich Dr. Volker Gassmann (SF Katernberg).

In der letzten Runde traf ich dann auf Heidi Kuschel vom der Schachvereinigung Lauterbach. Die Partie wurde schnell Remis, wobei die Chancen eindeutig bei meiner Gegnerin lagen.

Per Saldo habe ich genau meine DWZ-Erwartung erfüllt. Der ESV Göttingen war diesmal sehr stark vertreten, und das zahlte sich bei der Siegerehrung reichlich aus.

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Siegerehrung des Familienpreises. Hinter Jan und Alexander Hilverda (von rechts) wurde Familie Sieber (die Geschwister Bert, Fiona und Cassandra) Zweite und Familie Ziegenfuß (Vater Holger und Tochter Larissa, Tochter Antonia fehlt auf dem Bild) Dritte. Sitzend der Vellmarer Vereinsvorsitzende Frank Gundlach.
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Holger Ziegenfuß spielte das Turnier seines Lebens und kam als fünfter sogar in die regulären Preisgeldränge. Von rechts aufsteigend: Philipp Humburg, Holger, WIM Yu Ting, Kevin Schröder, Alexander Hilverda, Ferenc Langheinrich
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Fiona Sieber konnte noch den Ratingpreis < 2100 gewinnen. Daneben Richard Zahn, Ruben Gideon Köllner und Alexander Stöber (v. r. n. l.).

Man kann den Verantwortlichen (hauptsächlich vom SK Vellmar) nur dafür danken, daß sie diese tolle Veranstaltung auf die Beine stellen und ihnen für nächstes Jahr deutlich über 200 Teilnehmer wünschen.

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Ingram Braun

Archaeologist, web developer, proofreader

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