Simultan von Vlastimil Hort in Ahnatal

Der Schachclub in Ahnatal feierte sein 50jähriges Bestehen mit einigem Aufwand. Man hatte den beliebtesten deutschen Schachentertainer Vlastimil Hort, der in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Weltelite zählte, zu einer Simultanveranstaltung eingeladen. Zudem hat man eine gedruckte Chronik herausgebracht, was bei einem Bibliophilen wie mir natürlich besonderes Entzücken ausgelöst hat.

Cover der Chronik des Ahnataler SC zum 50jährigen Jubiläum 2019.

Mit dem Ahnataler Verein verbinden sich bei mir zwei wesentliche Erinnerungen: Mit Schach begonnen habe ich in einer Schach-AG an der Gesamtschule Ahnatal in Vellmar, die von meinem Lateinlehrer Dr. Lothar Klemisch geleitet wurde. Er spielte damals in der ersten Mannschaft von Ahnatal. Das dürfte im Schuljahr 1983/84 gewesen sein. Nach meiner Erinnerung bestand die AG trotz regen Zuspruchs nur ein Jahr, weil Herr Klemisch sich dann entschied, sein Zweitfach Russisch, für das ansonsten im Wahlpflichtbereich keine Kurse zustande kamen, als AG anzubieten. Dort lernte ich auch die Ahnataler Jugendspieler Thomas Sander, Manfred Heinelt und Matthias Berninger kennen und wurde selbst Mitglied beim SK Vellmar. Herr Klemisch ist heute noch Mitglied in Ahnatal, wenn auch nur noch sporadisch aktiv. Daß er nicht anwesend war, ist das einzige, was ich an der ansonsten rundherum gelungenen Veranstaltung bedauert habe.

In meinem letzten Schuljahr 1988/89 auf dem Friedrichsgymnasium Kassel lernte ich dann den frisch dorthin versetzten langjährigen Vorsitzenden des Ahnataler Schachclubs, Heinz Menninger, kennen. Er ist leider schon vor einigen Jahren verstorben. Das FG stellte damals erstmals eine Schulschachmannschaft mit mir am Spitzenbrett auf. Menninger war der Mannschaftsleiter. Immerhin haben wir im KO-System drei Runden geschafft.

Dank der Großzügigkeit des Organisators Dr. Wolfgang Schnellenpfeil, der auf seinen eigenen Startplatz verzichtete, und Vlastimil Horts, der zwei Gegner mehr als die vereinbarten 30 zuließ, konnte ich kurzfristig noch an der Simultanvorstellung teilnehmen. Vor sieben Jahren in Lohfelden war ich Sieger geblieben. Diesmal hatte ich aber keine Chance.

[Event "Simultan 50 Jahre Ahnataler Schachclub"] [Site "Ahnatal"] [Date "2019.10.19"] [Round "?"] [White "Hort, Vlastimil"] [Black "Braun, Ingram"] [Result "1-0"] [ECO "D02"] [WhiteElo "2403"] [BlackElo "2055"] [Annotator "Braun,Ingram"] [SetUp "1"] [FEN "1r1qr1k1/pp1b1ppp/1bn2n2/3p4/3N4/1P1Q1NP1/PB2PPBP/2R2RK1 w – – 0 16"] [PlyCount "57"] [EventDate "2019.10.19"] [EventType "simul"] [EventRounds "1"] [EventCountry "GER"] [SourceTitle "MyOTB Ingram Braun"] [Source "Ingram Braun"] [SourceDate "2008.01.01"] [SourceVersion "2"] [SourceVersionDate "2015.11.27"] [SourceQuality "1"] {[%evp 0,87,28,26,10,16,27,-20,12,12,10,15,16,-15,-15,-1,11,18,35,49,111,79, 116,78,72,88,92,47,59,61,48,35,36,43,43,82,73,52,52,51,51,51,148,120,163,145, 166,164,146,146,136,158,158,148,195,203,208,186,186,201,202,201,204,176,214, 176,272,186,271,292,304,294,310,310,294,296,332,321,337,299,326,293,386,311, 424,456,463,471,468,494]} {Ich habe zwar in der Regel nichts dagegen, Isolanistellungen zu spielen, aber hier bekommt Schwarz etwas zu wenig Gegenspiel. An dieser Stelle hatte ich mir ein taktisches Gegenspiel ausgedacht, weil Hort hier ca. 15 Minuten pro Runde brauchte und deshalb Zeit zum Rechnen bestand.} 16. Nxc6 bxc6 17. Ne5 Rc8 18. e3 Ng4 19. Nxd7 Qxd7 20. Bh3 Nxf2 $2 {Das war die Idee, aber leider funktioniert sie taktisch nicht.} 21. Qxh7+ Kxh7 22. Bxd7 Nd3 {Leider der beste Zug.} (22... Ne4 23. Kg2 $18 (23. Bxe8 $4 Bxe3+ 24. Kg2 Bxc1 {Ausgleich, weil beide Läufer hängen.}) 23... Bxe3 24. Rc2 Kg8 25. Rd1 Bc5 26. Bd4 Bxd4 27. Rxd4 Nf6 28. Bxc8 Rxc8 29. Ra4) (22... Bxe3 23. Rc2 Rcd8 24. Bxe8 Nd3+ 25. Kh1 Rxe8 26. Rxf7 d4 27. Re2 Nxb2 (27... Rd8 28. Kg2) 28. Rxb2 {ist auch nicht besser.}) 23. Bf5+ {Das hatte ich durchaus vorhergesehen.} Kg8 24. Bxd3 Bxe3+ {Long variation – wrong variation!} ({Meine Berechnungen sahen} 24... Rxe3 {mit Rückgewinn der Figur vor. Übersehen habe ich das simple} 25. Ba6 {, und Schwarz hat keinen Abzug, der den hängenden Turm kompensiert.}) 25. Kg2 Bxc1 26. Rxc1 {Materiell ist das zwar ausgeglichen, aber bei heterogenen Materialverteilungen ist ja in der Regel der im Vorteil, der mehr Figuren hat. Das hier ist ein besonders tragisches Beispiel, denn die schwarzen Türme finden überhaupt keine Angriffspunkte im weißen Lager und werden wie die Hasen bei der Treibjagd vom weißen Läuferpaar vor sich her getrieben. Mir war klar, das das chancenlos ist.} Rc7 27. Bd4 f6 28. Kf3 Kf7 29. b4 Rb8 30. Bc5 Rd8 31. a4 g6 32. h4 Re8 33. a5 Re6 34. g4 Re8 35. h5 gxh5 36. gxh5 Rh8 37. Bg6+ Kg7 38. Rg1 Rd8 39. Kf4 d4 40. Rd1 Rd5 41. Bf5 d3 42. h6+ Kh8 (42... Kxh6 43. Bf8+ Rg7 44. Rh1#) 43. Rxd3 Rxd3 44. Bxd3 1-0

Wenn schon nicht als Spieler, so konnte ich als Trainer reüssieren, denn mein Schüler Joshua Hoke schaffte ein Remis. Sein Vater Christoph Homann hat auf dem Blog der Schachabteilung des ESV Rot-Weiß Göttingen einen Bericht geschrieben. Es folgt eine Bildergalerie. Die Bilder während der Partien hat Sonja Hoke aufgenommen.

Ingram Braun

Archaeologist, web developer, proofreader

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